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Was unter Medienkompetenz zu verstehen ist, lässt sich nicht einfach definieren. Als Grundlage für die Verständigung über eine inhaltliche Umschreibung von Medienkompetenz dienten die Ergebnisse des BLK-Modellversuchs „Differenzierte Medienerziehung als Element allgemeiner Bildung", der 1998 abgeschlossen wurde.

Der dort implizit enthaltene Aspekt „Lernen mit neuen Medien" wurde in den Formulierungen stärker hervorgehoben. Medienkompetenz wird im Folgenden als eine Zielperspektive angesehen. Medienkompetente Schülerinnen und Schüler nutzen vorhandene Medienangebote, sei es in Form von Printmedien, Fernsehen, Radio, Multimedia oder spezieller Software für unterschiedliche Zwecke und sie sind in der Lage, selbst eigene Medien unterschiedlicher Art zu erstellen und zu verbreiten.

Diese praktische Arbeit mit Medien - sei es zur Nutzung bestehender Angebote oder zur eigenen Gestaltung - erfordert zunehmend Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit entsprechenden technischen Systemen. Notwendig sind aber auch inhaltliche und methodische Fähigkeiten, z.B. um die jeweilige „Sprache" der Medien und somit auch ihre Botschaften zu verstehen und zu bewerten. Medienarbeit verlangt eine kritische Auseinandersetzung mit den Einflüssen und Wirkungen von Medien, z.B. auf Gefühle, auf Vorstellungen von Realität, auf Verhaltensorientierungen und soziale bzw. gesellschaftliche Zusammenhänge. Und sie erfordert u.a. ökonomische, rechtliche, institutionelle, auch technische Kenntnisse im Zusammenhang mit der Produktion und Verbreitung von Medien im gesellschaftlichen Kontext.

Vor diesem Hintergrund lassen sich in der Schule über alle Jahrgangsstufen hinweg handlungsorientierte Auseinandersetzungen mit allen Medienarten in der Regel einem, meist aber mehreren der folgenden fünf Bereiche zuordnen:

1. Auswählen und Nutzen von Medienangeboten

2. Gestalten und Verbreiten von eigenen Medienbeiträgen

3. Verstehen und Bewerten von Mediengestaltungen

4. Erkennen und Aufarbeiten von Medieneinflüssen

5. Durchschauen und Beurteilen von Bedingungen der Medienproduktion und -verbreitung

In diesen Bereichen kommen somit die verschiedenen Perspektiven einer sachgerechten und umfassenden Auseinandersetzung mit Medien zum Ausdruck, ohne konkrete inhaltliche Vorgaben machen zu müssen. Solche Vorgaben in einem Portfolio wären weder möglich noch sinnvoll, denn es gibt keine verpflichtenden Inhaltskataloge für die schulische Medienbildung.

Die anzustrebenden Einsichten sollen ja gerade in unterschiedlichen fachlichen und überfachlichen Zusammenhängen und am Beispiel unterschiedlicher Medienarten erworben werden können.

Quelle: Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen

10.1.09 08:47

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